Im Oktober 2022 beginnt erneut die Ausbildung Trauerrede. Allerdings habe ich sie etwas verändert, da ich gelernt habe, dass angehenden Trauerredener*innen – und eigentlich allen Menschen – mehr Fokus auf die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit gut tut. Zu oft klafft eine große Lücke zwischen dem Wissen um die eigene Endlichkeit und dem Bewusstsein von der eigenen Endlichkeit. Daher werden die Hausaufgaben nicht mehr an fremden, sondern an der eigenen Biografie vermessen.

Zu der in der Regel auch Verlusterfahrungen gehören – eine davon sollte mitgebracht, mit der Gruppe geteilt und im Rahmen einer Gedenkfeier am Ende der Ausbildung Raum erhalten.

Natürlich bedeutet ein solcher Ansatz, dass wir intensive Erfahrungen miteinander machen werden. Wofür es gut ist, therapeutisches oder anderweitig vergleichbares Back-up im Rücken zu haben. So dass, wenn für eine*n selbst schwierige Punkte berührt werden sollten, diese in diesem eigenen individuellen Rahmen behandelt werden können. Bei aller gewünschten Offenheit füreinander ist die  Ausbildungsgruppe keine Therapiegruppe!