AUSBILDUNG Trauerrede / End:lich leben
Die Ausbildung Trauerrede / End:lich leben richtet sich zum einen an Menschen, die ihre Sprechfähigkeit in Abschiedsritualen entwickeln möchten. Aber auch an solche, die lernen wollen, ihr eigenes Leben und das Leben anderer aus der Endlichkeitsperspektive zu betrachten und zu leben.
Ziele sind, Abschiedsprozesse besser zu verstehen, eine wertschätzende und an der Endlichkeit orientierte Lebenshaltung zu entwickeln sowie hilfreiche Abschiedsrituale inklusive Trauerreden gestalten und halten zu können.
Voraussetzungen für die Ausbildung ist die Bereitschaft,
- die eigene Biografie in „Hausaufgaben“ der Endlichkeitsperspektive zu unterziehen.
- eine selbst erlebte Verlusterfahrung mit der Gruppe zu teilen. Diese soll in eine Gedenkfeier münden, die von einem anderen Gruppenmitglied in enger Absprache gestaltet wird.
In zehn (bzw. elf) Modulen vermittele ich mein in 20 Jahren Praxis als Trauerrednerin erprobtes Wissen.
Die nächste Ausbildung mit noch freien Plätzen findet von Oktober 2026 bis Juli (Okt.) 2027 statt.
Genauere inhaltliche Informationen finden Sie unter Ausbildung zum/zur Trauerredner*in in Hamburg.
Die Termine finden Sie hier.
Anmeldung:
Bitte vereinbaren Sie einen Gesprächstermin entweder per Mail (rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de) oder per Handy unter 0174 75 444 37.
Ich melde mich nicht unbedingt sofort, spätestens aber nach drei Tagen zurück.
WEITERBILDUNG
Philip Rosenthal hat einmal gesagt
Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
– ein provokanter Satz …
In meiner 20-jährigen Tätigkeit als Trauerrednerin habe ich bei allen Abschiedsfeiern versucht etwas hinzuzulernen. Dabei gab es Themengebiete, die sich mir immer mehr aufdrängten und denen ich daher nachgegangen bin. Nun gebe ich das Gelernte an Trauerredner*innen weiter:
1. Präsenz*: Nur wenn ich mich selbst und das, was ich sage, spüre, kann ich andere Menschen wirklich berühren. Es klingt so selbstverständlich und ist doch so schwer. Wie geht das eigentlich, wirklich da zu sein? Und was bringt es mir als Trauerredner*In? Du sparst Zeit, Du arbeitest besser und Du fühlst Dich wohler in Deiner Haut. Es braucht nur viel Übung …
(*Konzept in Zusammenarbeit mit Michaela Höck erstellt)
2. Wie benenne ich „Schattenseiten“ im Wesen und Leben der Toten? Manche meinen, sie gehörten nicht in eine Abschiedsfeier, ich denke, sie müssen sogar dahin. Nur wie geht das auf eine Weise, dass es Menschen hilft, das Geschehene anzunehmen? Eine hohe Kunst, die gelernt werden kann …
3. No (wo)man is an island. schrieb John Donne einmal. Für mich bedeutet das, dass unsere Lebensgeschichten immer in einen über die Einzelnen weit hinausgehenden Zusammenhang eingebunden sind. In Trauerreden erhält das in der Regel wenig Gewicht. Zu Unrecht, wie ich finde. Jede Trauerrede ist auch ein Beitrag zum kollektiven Gedächtnis. In ihr wird verhandelt, wie wir als Gesellschaft eines Menschen und Geschehens gedenken und gewinnen dadurch Orientierung für die Zukunft. Deshalb halte ich es für gut, wenn Trauerredner*innen sich mit dieser Dimension auseinandersetzen und lernen die individuelle Geschichte in die kollektive einzubetten.
Termine (einzeln buchbar, PDF ausdrucken, ausfüllen, einscannen, an rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de schicken):
17.-19.04.2026 Präsenz, PDF für Anmeldung bitte hier
10.-12.07.2026 Schattenseiten, PDF für Anmeldung hier
04.-06.09.2026 Kollektives Gedächtnis, PDF für Anmeldung hier
Zeit:
Fr 18:00 – 21:00 Uhr
Sa 10:00 – 18:00 Uhr (inklusive 1,25 Stunden Mittagspause)
So 10:00 – 13:00 Uhr
Ort: trostwerk-Filiale in der Erikastraße 42, Hamburg-Eppendorf
Gruppengröße: 4-8 Teilnehmer*innen
Kosten: 380,00 € pro Modul
Anmeldung und weitere Informationen unter rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de
End:lichkeitsgymnastik
Übungen für Seele, Geist und Körper
Was ist End:lichkeitsgymnastik? Der Soziologe Harald Welzer fragt in seinem Buch Nachruf auf mich selbst:
„Gibt es eine Gymnastik, mit der man sich für die Endlichkeit des Lebens geschmeidig trainieren kann?“
Unter dem Eindruck eines Herzinfarktes wurde er seiner bis dahin vorhandenen Unsterblichkeitsphantasien beraubt und erlebte dies als befreiend!
Wie so einige, die von einer schweren Krankheitsdiagnose oder einem Verlust getroffen sind. Auf einmal spüren sie die Kostbarkeit ihres Lebens. Ein Gefühl, das im Alltag schnell wieder abhandenkommt. Und doch so wichtig ist. Um wieviel sinnvoller erlebten wir unser Leben, wenn wir durch die Brille der Endlichkeit sehen lernten und sich unsere Wahrnehmung grundlegend verschieben würde? Vieles im Alltag würde unwichtig und den Blick auf das individuell wie gesellschaftlich Wesentliche freigeben.
Aber warum fällt es uns so schwer? Harald Welzer sieht das Problem in unserer kulturellen Praxis verortet. Eine Praxis, die auf immerwährende Wachstums- und Optimierungsprozesse setzt und Altern, Krankwerden sowie Sterben nicht wirklich vorsieht. Wir haben damit verlernt, die Endlichkeit und Vergänglichkeit als wesentliche Bestandteile jeden Lebens zu akzeptieren und damit einen guten Umgang zu finden.
Das aber können wir üben. Darum geht es in der hier angebotenen End:lichkeitsgymnastik. Wir üben gemeinsam an den Abenden und auch alleine in den Wochen zwischen den Terminen, das Leben als Endliches zu begreifen und uns gut im Hier und Jetzt zu verankern. Auch spüren wir unsere uneingestandenen Träume von ewiger Jugend, reparierbarer Gesundheit und immerwährendem Wachstum auf und üben, sie in eine handfeste Praxis des zufriedenen und dankbaren Vergehens zu wandeln.
Die End:lichkeitsgymnastik gliedert sich in drei Module.
Basismodul I – Sei Dir der Sterblichkeit bewusst!
1. Begegnungen mit der eigenen Sterblichkeit
2. Begegnungen mit der Sterblichkeit anderer
3. Begegnungen mit Krankheit, Alter und Vergänglichkeit
Basismodul II – Sich im gegenwärtigen Augenblick verankern
- Von Atemzug zu Atemzug – die Grundbedingung des Lebens
2. Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Spüren – die fünf Sinne im Fokus
3. Gehen, Liegen, Sitzen Stehen – die vier Grundpositionen des Lebens
Aufbaumodul – Von Gedanken und Gefühlen zum Reden und Tun
1. Von der Enge der Gedanken zur Weite der Wahrnehmung
2. Weg vom Diktat der Gefühle – ein Weg in die innere Freiheit
3. Was ist „gutes Reden“? – erst einmal zuhören!
4. Was wie tun? Schritt für Schritt im Einklang mit der „Wirklichkeit“
Basismodul II und das Aufbaumodul finden in einem Rutsch an folgenden Terminen auf Spendenbasis in der trostwerk-Filiale Erkiastraße 42 in Hamburg-Eppendorf statt:
Modul II
5. Februar 2026/ 26. Februar 2026/ 19. März 2026: 18:00 – ca. 20:30 Uhr
28. März 2026: 11:00 – 15:00 Uhr
Aufbaumodul
16. April 2026/ 7. Mai 2026/ 28. Mai 2026/ 18. Juni 2026: 18:00 – ca. 20:30 Uhr
27. Juni 2026: 11:00 – 15:00 Uhr
Anmeldung und weitere Informationen unter: rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de
Gedankensplitter
Wozu End:lichkeits-Gymnastik
Das einzig Sichere in unserem Leben ist, dass wir sterben werden. Auch, dass wir zwischendrin immer mal wieder erkranken und ab dem 20. Lebensjahr, falls wir dies erreichen, altern. Nur - die wenigsten wollen sich damit auseinandersetzen. Wie die kleinen Kinder halten...
Zur Ausbildung Trauerrede / End:lich leben
Die meisten wissen gar nicht, wie sehr unsere Toten in uns leben, uns prägen, stärken, blockieren …. Sie wollen gehört werden und uns dazu bringen, endlich zu leben. Das üben wir in der Ausbildung, wir lassen die Toten sprechen. Die Zeugenschaft der Gruppe hält, die...
Die Trauerrede ist weit mehr als eine Trauerrede …
In norddeutschen Großstädten sind 60 % der Trauerfeiern sogenannte „weltliche“. Eher selten werden diese von An- wie Zugehörigen selbst gestaltet. Ist die Angst doch oft groß, dabei in Tränen auszubrechen und somit unverstehbar zu werden. Meistens werden deshalb...
VITA
- Wissenschaftliches Arbeiten über Spiritualität, Religion
und Gesellschaft im internationalen Kontext
1999 – 2002 - Fortbildung „Mit Ritualen Lebenszyklen begleiten“ bei
Maria Zemp
2003 – 2004 - Ausbildung zur Sterbeamme bei Claudia Cardinal
2004 – 2006 - Freie Trauerrednerin und Ritualgestalterin
2003 – 2023 - Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der
Bestatter*innenbranche
2008 – 2020 - Ausbildung von Trauerredner*innen
2016 – 2020 - Ausbildung von Trauerredner*innen
und Endlichkeitswerker*innen
seit 2022
Adresse
Annette Rosenfeld
Walther-Kunze-Straße 34
22765 Hamburg
Kontakt
Fon: 040 – 30 60 66 00 (AB)
Mobil: 0174 75 444 37
Email: rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de
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