AUSBILDUNG Trauerrede / End:lich leben

Die Ausbildung Trauerrede / End:lich leben richtet sich zum einen an Menschen, die ihre Sprechfähigkeit in Abschiedsritualen entwickeln möchten. Aber auch an solche, die lernen wollen, ihr eigenes Leben und das Leben anderer aus der Endlichkeitsperspektive zu betrachten und zu leben.

Ziele sind, Abschiedsprozesse besser zu verstehen, eine wertschätzende und an der Endlichkeit orientierte Lebenshaltung zu entwickeln sowie hilfreiche Abschiedsrituale inklusive Trauerreden gestalten und halten zu können.

Voraussetzungen für die Ausbildung ist die Bereitschaft,

  • die eigene Biografie in „Hausaufgaben“ der Endlichkeitsperspektive zu unterziehen.
  • eine selbst erlebte Verlusterfahrung mit der Gruppe zu teilen. Diese soll in eine Gedenkfeier münden, die von einem anderen Gruppenmitglied in enger Absprache gestaltet wird.

In zehn (bzw. elf) Modulen vermittele ich mein in 20 Jahren Praxis als Trauerrednerin erprobtes Wissen.

Die nächste Ausbildung mit noch freien Plätzen findet voraussichtlich von Oktober 2027 bis Juli (Okt.) 2028 statt.
Genauere inhaltliche Informationen finden Sie unter Ausbildung zum/zur Trauerredner*in in Hamburg.

Die Termine stehen noch nicht fest.

Anmeldungen ab Januar 2027:
Bitte vereinbaren Sie einen Gesprächstermin entweder per Mail (rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de) oder per Handy unter 0174 75 444 37.
Ich melde mich nicht unbedingt sofort, spätestens aber nach drei Tagen zurück.

WEITERBILDUNG

Philip Rosenthal hat einmal gesagt
Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
– ein provokanter Satz …

In meiner 20-jährigen Tätigkeit als Trauerrednerin habe ich bei allen Abschiedsfeiern versucht etwas hinzuzulernen. Dabei gab es Themengebiete, die sich mir immer mehr aufdrängten und denen ich daher nachgegangen bin. Nun gebe ich das Gelernte  an Trauerredner*innen weiter:

1. Präsenz*: Nur wenn ich mich selbst und das, was ich sage, spüre, kann ich andere Menschen wirklich berühren. Es klingt so selbstverständlich und ist doch so schwer. Wie geht das eigentlich, wirklich da zu sein? Und was bringt es mir als Trauerredner*In? Du sparst Zeit, Du arbeitest besser und Du fühlst Dich wohler in Deiner Haut. Es braucht nur viel Übung …
(*Konzept in Zusammenarbeit mit Michaela Höck erstellt)

2. Wie benenne ich „Schattenseiten“ im Wesen und Leben der Toten? Manche meinen, sie gehörten nicht in eine Abschiedsfeier, ich denke, sie müssen sogar dahin. Nur wie geht das auf eine Weise, dass es Menschen hilft, das Geschehene anzunehmen? Eine hohe Kunst, die gelernt werden kann …

3. No (wo)man is an island. schrieb John Donne einmal. Für mich bedeutet das, dass unsere Lebensgeschichten immer in einen über die Einzelnen weit hinausgehenden Zusammenhang eingebunden sind. In Trauerreden erhält das in der Regel wenig Gewicht. Zu Unrecht, wie ich finde. Jede Trauerrede ist auch ein Beitrag zum kollektiven Gedächtnis. In ihr wird verhandelt, wie wir als Gesellschaft eines Menschen und Geschehens gedenken und gewinnen dadurch Orientierung für die Zukunft. Deshalb halte ich es für gut, wenn Trauerredner*innen sich mit dieser Dimension auseinandersetzen und lernen die individuelle Geschichte in die kollektive einzubetten.

Termine (einzeln buchbar, PDF ausdrucken, ausfüllen, einscannen, an rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de schicken):
17.-19.04.2026 Präsenz, PDF für Anmeldung bitte hier
10.-12.07.2026 Schattenseiten, PDF für Anmeldung hier
04.-06.09.2026 Kollektives Gedächtnis, PDF für Anmeldung hier

Zeit:
Fr  18:00 – 21:00 Uhr
Sa 10:00 – 18:00 Uhr (inklusive 1,25 Stunden Mittagspause)
So 10:00 – 13:00 Uhr

Ort: trostwerk-Filiale in der Erikastraße 42, Hamburg-Eppendorf

Gruppengröße: 4-8 Teilnehmer*innen

Kosten: 380,00 € pro Modul

Anmeldung und weitere Informationen unter rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de

End:lichkeitsgymnastik

„Gibt es eine Gymnastik, mit der man sich für die Endlichkeit des Lebens geschmeidig trainieren kann?“
fragt Harald Welzer in seinem Buch „Nachruf“. Hier ist sie.

Nächste Starttermine
Modul II:
05. November 2026 
Modul I: 07. Januar 2027
Modul III: Frühjahr 2027

Was tun, wenn die eigenen Eltern zunehmend hilfsbedürftig werden oder sogar im Sterben liegen und es schwerfällt, das anzunehmen und sie auf diesem Weg zu begleiten?
Was tun, wenn Freund*innen, Nachbar*innen, Kolleg*innen tödlich erkranken und ich damit nicht gut umgehen kann?
Oder wenn der eigene Körper seine Spannkraft verliert, Zipperlein oder sogar Krankheiten sich einstellen und das überhaupt nicht schmeckt?
Und selbst wenn das alles nicht der Fall ist, ich aber das Gefühl habe, nur noch durch das Leben zu hetzen, ganz nebenbei ehrlich gesagt digitalsüchtig geworden bin und mich überhaupt nicht mehr irgendwo verwurzelt fühle. Was tun? 

Innehalten – den wenigsten gelingt das in dieser schnelllebigen Zeit. Auch weil das nicht nur angenehm ist. Sich ablenken, eine Serie gucken, noch schnell ein paar Instagram- oder TikTok-Beiträge scrollen, shoppen, fällt oft leichter. Wir verdrängen, betäuben, machen die Augen lieber zu und zack, da ist es wieder: das schlechte Gewissen. Teufelskreis. Was tun?

Vielleicht hilft es, sich gemeinsam hinzusetzen, ruhig zu werden und erst einmal klar wahrzunehmen, was mit uns und den uns Nahen – und vielleicht sogar mit der Welt – ist. Denn wenn alle Stricke reißen, bleiben nur Atmen, Wahrnehmen und der Körper.

Eine junge Frau und Mutter von zwei kleinen Kindern, der der Boden durch den plötzlichen Tod ihres Mannes weggezogen war, meldete mir einmal zurück: „Das hilft wirklich, einfach atmen. Ganz bewusst. Es klingt so banal.“ Aber ein so geschärftes Bewusstsein gepaart mit solider Übungspraxis scheint tatsächlich in Stress- und Krisensituationen enorm entlastend wirken zu können. Es kann von Angst befreien und mutig machen, nötige Schritte zu tun.

Wenn Sie das wollen, sind Sie bei der End:lichkeitsgymnastik richtig. Keine Angst, es geht nicht um ein körperliches Workout-Programm. Es geht darum, dass Sie eine Haltung zur End:lichkeit entwickeln und einüben. Diese soll Sie durch akute Situationen leiten und Ihr gesamtes Leben und Erleben mehr im Hier und Jetzt verankern. Wir lernen, die uns von der Gesellschaft frei Haus zur Verfügung gestellte Brille mit der allerdings stark verzerrten Optik des ewigen Wachstums abzunehmen und sie durch die Brille der End:lichkeit zu ersetzen. 

Dazu üben wir bei unseren Treffen gemeinsam und in den Wochen zwischen den Terminen auch alleine, das Leben als Endliches zu begreifen (Modul I) und uns gut im Hier und Jetzt zu verankern (Modul II und III). Auch spüren wir unseren uneingestandenen Träumen von ewiger Jugend, reparierbarer Gesundheit und immerwährendem Wachstum nach und üben, sie in eine handfeste Praxis des zufriedenen und dankbaren Wachsens und Vergehens zu wandeln.

Die End:lichkeitsgymnastik gliedert sich in drei Module.

Basismodul I – Sei Dir der Sterblichkeit bewusst!

1. Begegnungen mit der eigenen Sterblichkeit
2. Begegnungen mit der Sterblichkeit anderer
3. Begegnungen mit Krankheit, Alter und Vergänglichkeit
4. Wie mit der End:lichkeit an der Hand durch den Alltag gehen?

Wann? 07.01./28.01./11.02./18.02. 2027 von 17:30 – 20:30 Uhr
Wo? trostwerk, Osterstraße 149, HH-Eimsbüttel und Erikastraße 42, HH-Eppendorf
Wieviel? 240,00 € (Ermäßigung auf Ansage – Sie zahlen, was Sie zahlen können)
Wie viele? 4-8 Teilnehmer*innen

Basismodul II – Sich im gegenwärtigen Augenblick verankern

  1. Von Atemzug zu Atemzug – die Grundbedingung des Lebens
    2. Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Spüren – die fünf Sinne im Fokus
    3. Gehen, Liegen, Sitzen, Stehen – die vier Grundpositionen des Lebens
    4. Wie auch im Alltag wirklich da sein?

    Wann? 05.11./26.11./10.12./17.12. 2026 von 17:30 – 20:30 Uhr
    Wo? trostwerk, Osterstraße 149, HH-Eimsbüttel und Erikastraße 42, HH-Eppendorf
    Wieviel? 240,00 € (Ermäßigung auf Ansage – Sie zahlen, was Sie zahlen können)
    Wie viele? 4-8 Teilnehmer*innen

    Aufbaumodul III – Von Gedanken und Gefühlen zum Reden und Tun
    (Voraussetzung: mindestens Modul II)

1. Von der Enge der Gedanken zur Weite der Wahrnehmung
2. Weg vom Diktat der Gefühle – ein Weg in die innere Freiheit
3. Was ist „gutes Reden“? – erst einmal zuhören!
4. Was wie tun? Schritt für Schritt im Einklang mit der „Wirklichkeit“
5. Wie all das durch den Alltag trägt …

Wann? Beginn im April 2027
Wo?
trostwerk, Osterstraße 149, HH-Eimsbüttel und Erikastraße 42, HH-Eppendorf
Wieviel?
300,00 € (Ermäßigung auf Ansage – Sie zahlen, was Sie zahlen können)
Wie viele?
4-8 Teilnehmer*innen 

Bei Fragen und zur Anmeldung schreiben Sie an rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de.

VITA

  • Wissenschaftliches Arbeiten über Spiritualität, Religion
    und Gesellschaft im internationalen Kontext
    1999 – 2002
  • Fortbildung „Mit Ritualen Lebenszyklen begleiten“ bei
    Maria Zemp
    2003 – 2004
  • Ausbildung zur Sterbeamme bei Claudia Cardinal
    2004 – 2006
  • Freie Trauerrednerin und Ritualgestalterin
    2003 – 2023
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der
    Bestatter*innenbranche
    2008 – 2020
  • Ausbildung von Trauerredner*innen
    2016 – 2020
  • Ausbildung von Trauerredner*innen
    und Endlichkeitswerker*innen
    seit 2022

Annette Rosenfeld
Ev. Theologin 

Gedankensplitter

Wozu End:lichkeits-Gymnastik

Das einzig Sichere in unserem Leben ist, dass wir sterben werden. Auch, dass wir zwischendrin immer mal wieder erkranken und ab dem 20. Lebensjahr, falls wir dies erreichen, altern. Nur - die wenigsten wollen sich damit auseinandersetzen. Wie die kleinen Kinder halten...

mehr lesen

Zur Ausbildung Trauerrede / End:lich leben

Die meisten wissen gar nicht, wie sehr unsere Toten in uns leben, uns prägen, stärken, blockieren …. Sie wollen gehört werden und uns dazu bringen, endlich zu leben. Das üben wir in der Ausbildung, wir lassen die Toten sprechen. Die Zeugenschaft der Gruppe hält, die...

mehr lesen

Die Trauerrede ist weit mehr als eine Trauerrede …

In norddeutschen Großstädten sind 60 % der Trauerfeiern sogenannte „weltliche“. Eher selten werden diese von An- wie Zugehörigen selbst gestaltet. Ist die Angst doch oft groß, dabei in Tränen auszubrechen und somit unverstehbar zu werden. Meistens werden deshalb...

mehr lesen

Adresse

Annette Rosenfeld
Walther-Kunze-Straße 34
22765 Hamburg

Kontakt

Fon: 040 – 30 60 66 00 (AB)
Mobil: 0174 75 444 37
Email: rosenfeld@vom-kommen-und-gehen.de

Copyright 2024 Annette Rosenfeld | powered by 3 Plus Solutions | Impressum | Datenschutz